Die Geburt Christi – ein evangelisches Weihnachtsoratorium
aus dem 19. Jahrhundert
Der Kammerchor führt am Donnerstag, 18. Dezember, um 19.30 Uhr in unserer Kirche gemeinsam mit dem Ensemble «Romantischer Chor Basel», Soli und Instrumenten das Oratorium «Die Geburt Christi» von Heinrich von Herzogenberg auf. Ein Teil davon erklingt bereits im Gottesdienst zum 1. Advent am Sonntag,
30. November.
Der österreichische Komponist Heinrich von Herzogenberg (1843 –1900) wurde in Graz geboren und lebte und wirkte in Leipzig, Berlin und Heiden im Appenzell. Er war ein enger Freund von Johannes Brahms sowie der Brüder Philipp und Friedrich Spitta. Gegen Ende seines Lebens setzte sich v. Herzogenberg, der selbst katholisch getauft war, aktiv für die evangelische Kirchenmusik ein und spielte insbeson-dere durch seine drei Oratorien: «Die Geburt Christi», «Die Passion» und «Die Erntefeier» eine wichtige Rolle bei deren Neugestaltung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Sein wohl bekanntestes Werk, «Die Geburt Christi» (Op. 90) erzählt in drei Teilen die Ge-schichte der Niederkunft des Herrn. Der erste Teil, «Die Verheissung», behandelt das Adventsgeschehen, während die folgenden Teile, «Die Erfüllung» und «Die Anbetung» sich mit der Geburt sowie der Verehrung durch die Hirten beschäftigen. Das in nur knapp einem Monat komponierte Werk ist als eine «musikalische Andachtsstunde» konzipiert und versucht bewusst, die Trennung zwischen liturgischer Form und Kirchenkonzert zu überwinden. Zu diesem Zweck wird «der Gemeinde an gewissen Stellen die Zunge gelöst» und es werden Choräle gemeinsam mit allen Beteiligten gesungen. Doch auch bei den anderen Teilen sollen die Gemeindemitglieder nicht zu passiven Zuhörern werden, sondern das Geschehen aktiv mitempfinden. Aus diesem Grund vertont v. Herzogenberg in dem Werk eine Vielzahl an meist bekannten Advents- und Weihnachtsmelodien. Dabei finden sich neben bewusst naiv-kindlich gestalteten Weisen, die vor allem das Gemüt ansprechen sollen, auch etliche raffinierte Vertonungen. In diesen erweist sich der Komponist als hervorragender Kenner der Alten Musik, insbesondere von Schütz und Bach. Sein «Weihnachtsoratorium» lässt sich sowohl in Anlehnung, als auch in Abgrenzung von diesen Meistern hören.
Der Text wurde von v. Herzogenbergs Freund, dem Theologen Friedrich Spitta, aus Bibeltexten des Alten und Neuen Testaments zusammengestellt. Der musikalisch äusserst gebildete Spitta sang in der von v. Herzogenberg selbst dirigierten Uraufführung 1894 in der Strassburger Thomaskirche dann auch gleich den Evangelisten. Das Werk wird von einem Streichquintett, Harmonium, Orgel, sowie einer Oboe begleitet. Neben dem Evangelisten singen sechs weitere Solisten (SATTBB) mit.
Michael Kossmann

Kammerchor der Reformierten
Kirchgemeinde Arlesheim
Romantischer Chor Basel
Evangelist: Miro Hanauer,
Sopran: Ramona Zueck,
Alt: Julian Schmidlin,
Tenor: Jonathan Bötticher,
Daan van der Schaft;
Bass: Miguel Ohara Motta, Zoltàn Papp
Instrumentalensemble Ad Hoc
Konzertmeisterin: Leonie Trips
Orgel: Thilo Muster
Leitung: Michael Kossmann
Einzelne Teile werden bereits im Gottesdienst zum 1. Advent, am 30. November, 10 Uhr, aufgeführt.
Neben der Aufführung in Arlesheim gibt es eine weitere am 19. Dezember um 19.30 Uhr in der Predigerkirche Basel.

