Musik unter Sternen

Opera

Sonntag, 18. Oktober 2020, 19 Uhr in der reformierten Kirche
mit 
David Blunden, Orgel und Maria Gessler, Sopran

Da die geplante Zusammenarbeit mit dem Vokalensemble Cantù leider pandemiebedingt nicht möglich war, hat Domorganist David Blunden die aus der Region stammende Sopranistin Maria Gessler zur «Musik unter Sternen» vom Sonntag, 18. Oktober 2020 in die Reformierte Kirche eingeladen. Maria Gessler war über Jahre an diversen deutschen Opernbühnen engagiert und verkörperte eine Vielzahl von Partien vom lyrischen- bis ins jugendlich-dramatische Fach. 

Das Programm der beiden Interpreten vereinigt die in der Romantik in Frankreich vollzogene technische und kompositorische Entwicklung der Orgel hin zum symphonischen Orchesterklang mit der italienischen Operntradition des 19. Jahrhunderts zu einem sinnlichen Hörerlebnis. So sind das anrührende «Ave-Maria» der Desdemona aus Verdis Othello, das Gebet «Allmächt’ge Jungfrau» der Elisabeth aus Wagners Tannhäuser ebenso zu hören wie eine für die Orgel allein bearbeitete Version des «Ertöne Siegesweise» aus Lohengrin. Daneben sorgen selten gespielte geistliche Orgelwerke aus der französischen Romantik, wie die Fantasia in G-Dur von Alexandre-Pierre-François Boëly (1785-1858) oder «Prière à Notre Dame» von Léon Boellmann (1862-1897) für stillere, introvertierte Momente. In seiner dicht gearbeiteten Orgelsymphonie Nr. 6 g-Moll zeigte sich Charles-Marie Widor (1844–1937) auf dem Höhepunkt seiner kompositorischen Meisterschaft und schöpfte die klanglichen Möglichkeiten der symphonischen Orgel aus. 

David Blunden wird das Publikum mit dem ersten Satz des monumentalen Werks in den Abend verabschieden.
Dominique von Hahn

David Blunden erhielt seinen ersten Klavier- und Orgelunterricht in seiner Geburtsstadt Sydney. Ein Stipendium ermöglichte ihm das Orgelstudium bei David Rumsey am dortigen Konservatorium. Sein Interesse an der Alten Musik führte ihn anschliessend in die Schweiz. An der Schola Cantorum Basiliensis studierte er Orgel bei Jean-Claude Zehnder, Cembalo bei Andrea Marcon und Improvisation bei Rudolf Lutz. Im Jahre 2002 schloss er sein Studium mit «Summa cum Laude» ab. Im September 2001 war David Blunden erster Preisträger beim Internationalen Orgelwettbewerb in Innsbruck. David Blunden konzertiert an den grossen Festivals, Theatern und Kirchen Europas als Solist, Kammer-und Orchestermusiker sowie als Begleiter. Als Generalbassspieler arbeitet er mit verschiedenen Barockorchestern und Ensembles in ganz Europa und Australien. Sein spezielles Interesse an der Oper führte ihn als musikalischen Assistenten an das Theater Basel. Regelmässig begleitet er Sänger am Klavier, Cembalo oder Orgel. David Blunden korrepetiert und arbeitet mit der Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis und ist Organist an der Heiliggeistkirche in Basel sowie seit 2017 am Dom zu Arlesheim.

Maria Gessler, geboren und aufgewachsen in Basel, studierte bei Verena Schweizer an der Musik-Akademie Basel. Gleichzeitig erhielt sie Unterricht in barocker Aufführungspraxis bei René Jacobs an der Schola Cantorum Basiliensis und schloss das Studium mit dem Operndiplom ab. 

Sie war über Jahre an diversen deutschen Bühnen engagiert und verkörperte eine Vielzahl von Partien vom lyrischen- bis ins jugendlich-dramatische Fach (u.a. Tatjana in Tschaikowskis «Eugen Onegin», Gräfin in Mozarts «Figaros Hochzeit», Hanna Glawari in Lehars «Lustiger Witwe», Nedda in Leoncavallos «Pagliacci», die Marschallin in Strauss‘ «Rosenkavalier» und Tosca in Puccinis gleichnamiger Oper). 

Weiter war Maria Gessler in Stettin (Polen) als «Butterfly», bei den Tiroler Festspielen als «Eva» in Wagners Meistersingern und als «Mutter» in Humperdincks Hänsel und Gretel am Theater Basel zu erleben. Im Sommer 2015 verkörperte sie die Fidelio-Leonore bei den Opernfestspielen in Bad Hersfeld. 

Neben einem breiten Repertoire im Oratoriumsbereich widmet sich die Sopranistin auch sehr gerne dem Liedgesang. Mit diversen musikalisch-literarischen Programmen, aber auch «Ausflügen» in Jazz, Musical und Weltmusik-Bereich tritt sie im In- und Ausland auf.